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Tabakpflanze

Die Tabakpflanze gehört genauso wie die Kartoffel oder die Tollkirche zu der Familie der Nachtschattengewächse. Der wissenschaftliche Name der Pflanze lautet Nicotiana und ist auf dem Franzosen Jean Nicot zurückzuführen. Der Nachname des Franzosen ist auch der Namensgeber für den Inhaltsstoff Nikotin. Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 75 Tabakarten und das so beliebte Nikotin wird in den Wurzeln der Pflanze erzeugt und setzt sich dann in den Blättern ab.

Die Wuchshöhe der Tabakpflanze hängt von der jeweiligen Pflanzenart ab, aber generell kann man sagen, dass die Pflanze zwischen 10 Zentimeter und 3 Meter hoch werden kann. Die Blätter selbst können bis zu einem Meter groß werden. Bei vielen Sorten hängen die Blätter an kleinen Blattstielen, es gibt aber auch Sorten ohne Stiel. Viele Tabakpflanzen bilden weiße oder rosa Blüten. Die Samenkapseln der Tabakpflanzen können ebenfalls unterschiedlich groß werden. Eine Samenkapsel kann bis zu 28 Millimeter groß werden und bis zu 5.000 Samen beinhalten. Der Samen selbst kann bis zu 1,3 Millimeter lang werden. Tausend Samen wiegen nicht mehr als 0,1 Gramm.

Nikotin

Wie oben schon angesprochen ist der Name Nikotin auf den Franzosen Jean Nicot zurückzuführen. Nikotin gehört zu den Alkaloiden und ist damit eine chemisch heterogene Verbindung. Dieser Stoffgruppe gehören über 10.000 Substanzen an.

Die Tabakpflanze Nicotiana rustica bildet 97 Prozent seines Nikotins in den eigenen Wurzeln. Nun werden sich sicherlich einige fragen, wie das Nikotin aus den Wurzeln in die Blätter kommt. Das ist nur durch den Holzteil der höheren Pflanzen möglich. Xylem ist das griechische Wort dafür und das komplexe Leitgewebe übernimmt nicht nur die Transportfunktion von Wasser und anorganischen Stoffen, sondern dient auch als Stützfunktion der Pflanze. Der Nikotingehalt in der Nicotiana rustica liegt zwischen 0,5 und 8 Prozent. Es wurden aber auch schon Pflanzen mit einem Gehalt von 18 Prozent gefunden und untersucht.

Anbau

Tabak lässt sich ohne Probleme in der gemäßigten Zone anbauen, das ist der Anpassungsfähigkeit und der meist hohen Widerstandsfähigkeit zu verdanken. Aus diesem Grund wird Tabak mittlerweile auch schon in der ganzen Welt angebaut. Zu den wichtigsten Anbaugebieten gehören neben Amerika auch China, der Balkan und Europa. Immer wichtiger für den Tabakanbau werden Länder aus der „Dritten Welt“. Das führt dazu, dass in Afrika immer mehr Wälder abgeholzt werden, um die Anbaufläche stetig zu vergrößern. In Europa wurde der Tabakanbau bis 2010 subventioniert. Auf Deutschland entfielen knapp 150 Millionen Euro der jährlichen Subventionen. Insgesamt förderte die EU den Anbau mit bis zu eine Milliarde Euro jährlich.

2000 wurde Tabak in 120 Staaten und auf einer Fläche von 4,1 Millionen Hektar angebaut. Insgesamt wurden 7,4 Millionen Tonnen des begehrten Rohstoffs im Jahr 2000 geerntet. Der größte Tabakbauer ist China mit einer Anbaufläche von 1,5 Millionen Hektar. Die USA befinden sich erst auf Platz vier, noch hinter Brasilien und Indien. Die Europäische Union liegt auf Platz fünf.

Der größte Importeur von Tabak sind nicht etwa Deutschland oder die USA, sondern Japan. Das Land importierte 2004 Tabak im Wert von 2.866 Millionen US-Dollar. Mit einem Importvolumen von 2.258 Millionen Tonnen befindet sich Frankreich auf Platz zwei. Auf Platz vier befindet sich Deutschland und die USA befinden sich auf Platz sieben.

Deutschland und der Tabakanbau

Wie gerade beschrieben befindet sich Deutschland auf Platz vier wenn es darum geht Tabak zu importieren. Selbstverständlich wird aber auch in der Bundesrepublik Tabak angebaut und das seit mehr als 400 Jahren. Erstmals erwähnt wurde der Anbau von Tabak 1573 in einer Urkunde aus der Pfalz. Damals wurde der Tabak aber nicht als Genussmittel konsumiert, sondern fand Anwendung in der Augenheilkunde. Schließlich waren es die Holländer die sich im Raum Mannheim niederließen und dort die bekannte Marke Geudertheimer anbauten. Die Hugenotten brachten dann weiteres Know-How aus Frankreich nach Deutschland und sorgten dafür, dass Tabak in Deutschland immer bekannter und beliebter wurde. Im 19. Jahrhundert bauten dann etwa 200.000 Betriebe Tabak auf einer Fläche von 30.000 Hektar Land an. Dabei waren Baden und Preußen die beliebtesten Anbauregionen. Der Tabakanbau wurde aber zunehmend bedeutungsloser und nur einige Betriebe verblieben, die die begehrte Pflanze anbauten.

Die Tabaksaison beginnt im Mai und die Pflanzen werden mittlerweile maschinell eingepflanzt. Nach der Ernte werden die Tabakblätter einige Wochen lang getrocknet und anschließend weiterverarbeitet.

Nutzung: Von damals bis heute

Die wenigsten wissen, dass man Tabak nicht nur als Genussmittel nutzen kann. Beispielweise wird Nikotin auch als Insektizid oder die Pflanze als Zierpflanze verwendet. Aber auch zur Herstellung von Parfüm kann und wird Tabak benutzt. Die Tabaknote prägt zahlreiche Herrenparfüms, denn der Duft ist unverkennbar.