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Snuff

Das Wort Snuff steht für viele verschiedene Dinge. Vom Schnupftabak bis zur britischen Band kann damit alles gemeint sein. Die kurioseste Definition für dieses Wort stammt zweifelsohne aus der Filmindustrie. Bevor wir zum eigentlichen Begriff, der in Verbindung mit Schnupftabak steht kommen, wollen wir der Vollständigkeit halber die anderen Definitionen ebenfalls kurz anreißen.

Snuff als Genre

Ein Snuff-Film ist eine Genre bei der Leute dabei gefilmt werden wie Sie getötet werden, bzw. sterben. Was so makaber klingt wurde 1976 durch den argentinischen Film „El Ángel de la muerte“ begründet und ist eigentlich die Kurzform für „to snuff someone out“ und das bedeutet: jemanden auslöschen. In dem argentinischen Horrorfilm wurde allerdings nicht wirklich jemand umgebracht. Es gehörte lediglich zur Marketingstrategie, das angeblich eine Darstellerin vor der Kamera getötet wurde. Bis heute sind keine realen Snuff-Filme bekannt, wenn man einmal von den vielen Exekutionsvideos, die auf den Schulhöfen die Runde machen absieht.

Die Band: Snuff

Bevor wir zur eigentlichen Begrifflichkeit kommen, möchten wir kurz noch einen Blick auf die Band „Snuff“ werfen. Bei der Band handelt es sich um eine britische Punkband die 1986 in London gegründet wurde. Neun Jahre später löste sich die Combo wieder auf, um sich ein Jahr später wieder neu zu gründen.

Snuff oder Schnupftabak

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Begriff: Snuff in der Tabakindustrie. Snuff ist Englisch und bedeutet so viel wie loser Tabak. In Deutschland sagt man dazu häufig auch Schnupftabak. Das Wort Schnupftabak kommt dabei natürlich nicht von ungefähr, denn der Tabak wird durch die Nase eingesaugt, verbleibt allerdings im optimalen Fall auch in der Nase. Sprich er sollte während des Konsums nicht runtergeschluckt werden, da sich dann ein unangenehmer Geschmack entwickelt. Je nach Sorte entfaltet sich die Wirkung in den Nasenschleimhäuten unterschiedlich stark. Beim Einatmen sollte man stets darauf achten, dies langsam und in geeigneten Mengen zu tun. Sonst wird einem schnell übel und man kann die Prise nicht genießen.

Die Geschichte des Snuffs ist lang und interessant. In Europa wird Schnupftabak seit dem 16. Jahrhundert konsumiert. Anderen Kulturen in Amerika war die Wirkung des Schnupftabaks aber schon früher bekannt. Wenn die Oberhäupter der Kulturen die Götter um Rat fragen wollten, schnupften Sie Snuff durch ihre Nasen. Romano Pane, ein Wegbegleiter von Kolumbus schrieb erstmals 1496 von dem Schnupftabak. Damals nannte er es noch „seltsames Kraut“ und verwies in seinem Bericht auf die Kraft des Pulvers. 65 Jahre später war es Jean Nicot, der die ersten Tabakblätter und Saatkörner an den französischen Hof brachte. Schnupfen wurde am Hofe gerne gesehen und auch als Arzneimittel verwendet, zum Beispiel gegen Kopfschmerzen.

Im spanischen Sevilla entstand 1677 dann die erste Schnupftabak-Manufaktur. In Ihrer Blütezeit um 1840 arbeiteten in der Manufaktur ca. 1.700 Arbeiter und 40 Tabakmühlen rund um die Uhr. Die Manufaktur verarbeitete Tabak aus Kuba zu Schnupftabak und stellte jährlich 1.000 Tonnen der beliebten Körner her.

In Deutschland waren es die Gebrüder Bernard die 1733 die erste Schnupftabakfabrik eröffneten. Der wohl berühmteste deutsche und zugleich auch größte Hersteller von Snuff ist Pöschl. Das Unternehmen erlangte mit seiner „Gletscherprise“ oder dem unter Lizenz hergestellten „Gawith Apricot-Snuff“ Weltruhm. Heute vertreibt das Unternehmen weltweit seine Produkte.

Neben den berühmten deutschen Schnupftabaksorten ist gerade der englische Schnupftabak sehr begehrt. Da wären die Hersteller Wilsons, Mc Chrystal’s und Samuel Gawith zu nennen. Viele finden, dass englische Mischungen besonders mentholhaltig und trocken sind, dem ist aber nicht so. Es gibt auch viele Sorten die sehr feucht und mentholfrei sind. Die Aussage ist aber auch einigen deutschen Unternehmen zu verdanken, denn sie haben Sorten kreiert und diese als „Englische Mischung“ verkauft. Die Sorten waren dabei eben immer sehr trocken und stark mit Menthol versetzt, deshalb gingen viele davon aus, dass das bei allen englischen Snuffs der Fall wäre.

Herstellung von Schnupftabak

Die Herstellung von Schnupftabak ist ein komplexer und aufwendiger Vorgang. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Verfahren: dem Traditionellen Verfahren und dem Schnellverfahren.

Wie es der Name schon vermuten lässt, dauert das traditionelle Herstellungsverfahren deutlich länger als das Schnellverfahren. Im ersten Schritt werden die Tabakblätter sortiert und anschließend werden diese Soßiert. Soßierung bedeutet, dass der Tabak mit einer aromatischen Flüßigkeit benetzt wird. Danach beginnt die Fermentation, dabei handelt es sich um einen biologischen Prozess indem Nikotin  und Eiweiße abgebaut werden. Dieser Schritt ist besonders wichtig, da die Eiweiße zu unangenehmen Gerüchen führen können. Im Traditionellen Verfahren kann die Fermentierung einige Jahre dauern. Nach der Fermentierung wird der Tabak zermahlen und gegebenenfalls nochmal mit Aromen versetzt. Interessanterweise greifen einige Tabakhersteller noch heute auf die alten Mühlen aus den Zeiten der Industrialisierung zurück. Dadurch erhält der Snuff seinen typischen Geschmack. Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen Samuel Gawith, die Firma nutzt heute teilweise noch die Maschinen aus den 1750er Jahren.

Das Schnellverfahren unterscheidet sich nicht grundlegend vom eben angesprochenen traditionellen Verfahren. Der größte Unterschied liegt wohl in der Lagerung. Im Schnellverfahren lagert das Tabakmehl lediglich drei bis vier Wochen in einem kühlen Raum und nicht einige Jahre. Das macht den Tabak natürlich in seiner Herstellung günstiger und damit für den Konsumenten erschwinglicher.

Schnupftabak wird auch unter jugendlichen immer beliebter, da die Zigaretten immer teurer werden und man nicht überall rauchen darf und kann.