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Nikotin

Nikotin wurde nach dem französischen Diplomaten Jean Nicot benannt und 1828 durch den Chemiker Karl Ludwig Reimann und dem Mediziner Christian Wilhelm Posselt in Heidelberg entdeckt. Der korrekte chemische Name lautet 3-(1-Methyl- 2-pyrrolidinyl)-pyridin. Nikotin ist der Gruppe der Alkaloide (C10H14N2) zugehörig. Diese finden sich vor allem im Tabak, aber auch in anderen Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Tomaten). Nikotin ist mit Wasser mischbar und hat einen tabakähnlichen Geruch. Das Tabakalkaloid Nikotin wird in den Wurzeln gebildet und wandert mit zunehmender Reife in die Blätter der Tabakpflanze. Hier dient es der Abwehr von Fraßschädlingen. In der ganzen Pflanze kommt es mit einem differierenden Massenanteil vor und fungiert als starkes Nervengift. In dieser Funktion wirkt es auf das Zentralnervensystem des Körpers. Ganglien sind die Übertragungsstellen zwischen zwei Nervenenden. Nikotin blockiert diese Ganglien regt die schnelle Freisetzung von Nervenbotenstoffen (Neurotransmitter) an. Die freigesetzten Neurotransmitter wirken die stimulierend oder entspannend. Bei geringen Dosen von Nikotin wird der Körper daher in einen angeregten Zustand versetzt. Zu hohe Nikotindosen blockieren die Ganglien jedoch vollständig. Es kommt zur Nikotinvergiftung, die in den Tod münden kann. Die Symptome der Nikotinvergiftung sind Kopfschmerzen, Übelkeit, starker Speichelfluss, Zittern, Durchblutungsstörungen, Husten usw. Die tödliche Dosis ist bei 1 mg/kg Körpergewicht erreicht. Der Abbau im Körper verläuft jedoch sehr rasch. Nikotin wird eine Halbwertszeit von zwei Stunden zugeschrieben, daher ist eine Nikotinvergiftung sehr selten und selbst mit starkem Zigarettenkonsum nahezu unmöglich zu erreichen. Bei Säuglingen und Kleinkindern wirkt jedoch eine weitaus niedrigere Dosis Nikotin schädigend bis tödlich.