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Kautabak

Für Kautabak findet sich auch die Bezeichnung Priem, im amerikanischen Raum auch Smokeless Tobacco, Dipping Tobacco oder Dip. Kautabak bezeichnet nach dem Tabaksteuergesetz Tabak in Form von Rollen, Stangen oder Würfel, der nicht zum Rauchen geeignet sind, sondern zum Kauen. Nach dem Kauen wird der Tabak ausgespuckt. In Deutschland ist zwar der Konsum legal, ein Verkauf darf jedoch nicht stattfinden.
Der Kautabak ist die ursprünglichste Form an Tabakware. Schon die Indianer Nordamerikas kauten kleine Pakete aus Tabakblättern. Diese waren mit Muschelkalk versetzt. Mit Kolumbus gelangte Kautabak auch nach Europa.
Die Herstellung basiert auf nikotinhaltigen Tabaksorten, denen eine Soße aus Fruchtessenzen, Sirupe und Lakritze sowie Menthol und Rum zugegeben wird. Vor dem Tränken in der Soße werden sie einer drei Monate dauernden Lagerung, einer anschließenden Heißlufttrocknung der gesamten Pflanze sowie der Fermentation unterzogen. Nach einer nochmaligen Lagerung wird der Tabak mit Einlage und Deckblatt versponnen, sodass ein langes Seil entsteht. Dieses wird anschließend in Form geschnitten. Hierbei sind viele Variationen möglich: Würfel-, Platten-, Schnecken- oder Hufeisenformen.
Während die amerikanischen Sorten ähnlich einem Kaugummi gekaut werden, liegen deutsche und dänische Sorten vorwiegend im Mund. Sie werden lediglich etwas mit der Zunge bewegt und mit den Zähnen leicht angekaut, sobald ihr Geschmack nachlässt, sonst verbleiben sie im Backenraum. Der durch das Kauen und die Speichelproduktion entstehende Tabaksaft wird geschluckt, bei nikotinreichen Sorten aber auch ausgespuckt. Hier existierten spezielle Spucknäpfe. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor der Kautabak an Bedeutung, denn er wurde zunehmend durch die Zigarette ersetzt.