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Infos zu Pöschl, Schmalzler und Co

Bernard Schnupftabak GmbH

Bernard Schnupftabak GmbH: Gebrüder Bernard schaffen erste deutsche Schnupftabakfabrik

Die erste deutsche Schnupftabakfabrik wurde nicht vom Familienunternehmen Pöschl in Bayern gegründet, sondern am 31. Januar 1733 von Johann Nikolaus Bernard. Bei der Gründung war der gebürtige Straßburger gerade mal 24 Jahre alt. Graf Wolfgang Ernst III von Isenburg gab dem motivierten Johann Nikolaus Bernard die Erlaubnis in Offenbach am Main die „Fürstlich Isenburgsche privilegierte Schnupftabakfabrik“ zu gründen und das führte dazu, dass der Jungunternehmer besondere Privilegien genießen konnte. Die Bevormundung bedeutete, dass die Familie Bernard das Isenburger Wappen tragen dürfte, günstig an Bauland für die Fabrik und das Eigenheim kam und das Tabak-Herstellermonopol erhielt. Johann hatte auch noch einen Bruder, Johann Heinrich Bernard und dieser wurde etwas später Teilhaber der Unternehmung. Die Gebrüder Bernard hatten die Firma ursprünglich vom Vater geerbt und später den Firmensitz von Frankfurt am Main nach Offenburg am Main verlegt.

Die Geschäfte liefen sofort sehr gut, ähnlich wie bei Pöschl und Wilsons & Co. und das führte dazu, dass die Gebrüder Bernard ins Bankgeschäft einstiegen und ihr Geld weiter vermehren konnten. Im Jahre 1766 traf die Familie dann ein schwerer Schicksalsschlag, denn der Teilhaber der Firma Johann Heinrich Bernard ist  gestorben. Aus diesem Grund übernahmen der Sohn Peter und der Schwiegersohn Jean Georg d’Orville die Geschäfte und bescherten der Firma weiteres Wachstum. Die beiden waren so erfolgreich, dass sie sich in der Offenbacher-Herrnstraße einen Herrensitz mit Park erbauen ließen. 1975 wurde das Büsing Palais fertiggestellt. 30 Jahre später ist Peter Bernard gestorben.

Peter Bernard war ein Freund der Kunst

Neben dem Beruf als Geschäftsmann liebte Peter die Kunst. Im 1775 fertiggestellten Büsing-Palais ließ er einen Konzertsaal einbauen und beschäftigte eine eigene Musikkapelle, die dort Konzerte spielte. In den warmen Sommermonaten wurde auch draußen in Anwesenheit der Offenbacher Bevölkerung gespielt. Die Musiker erhielten ein extra für sie gebautes Wohnhaus. Das Haus dient heute als Altersheim und trägt den Namen „Bernardstift“. Das Büsing Palais zählt heute zu den feinen Adressen und gilt als Juwel im Stadtbild Offenbachs. Jeder kann dort Tagungs- und Veranstaltungsräume mieten. Das  Palais gehört zum Sheraton Offenbach Hotel.

Jakop Philipp und Peter Georg d’Orville übernehmen die Geschäfte

Die Brüder Philipp und Georg gründeten 1812 im Regensburger Zanthaus eine Zweigniederlassung für das Unternehmen. Der Sinn und Zweck dahinter war es Zollausgaben zu sparen. Dort befindet sich heute keine Zweig- , sondern die Hauptniederlassung der Bernard Schnupftabak GmbH.

Als 1850 die Industrialisierung mit der Inbetriebnahme einer Dampfmaschine auch bei der Firma einhielt, wurde es Zeit mit der Produktion aus den alten Fabrikgebäuden in einen neuen Gebäudekomplex umzuziehen. Der Bernardbau wurde 1892 gebaut und 1896, also vier Jahre später fertiggestellt. Der zweite Weltkrieg konnte dem Gebäude nur wenig anhaben, lediglich das Dach wurde beschädigt und musste neu gemacht werden. Die Produktion lief bis 1955 im vom Architekten Max Schröder geplanten Komplex und wurde dann eingestellt. Heute beherbergt der Komplex unter anderem das „Haus der Stadtgeschichte“.

Nach dem zweiten Weltkrieg kam das Unternehmen allerdings nicht wirklich wieder auf die Beine. Mittlerweile hat die Firma die Rechtsform der Aktiengesellschaft angenommen und musste starke Umsatzeinbußen hinnehmen. Am 31. Mai wurde die Bernard Tabak AG aufgelöst und die Produktion an die Bernard Schnupftabak GmbH mit Sitz in Sinzing abgegeben.

Kassenschlager der Gebrüder Bernard!

Ein sehr bekannter Schnupftabak aus dem Hause Bernard ist der „Pariser No. 2“. Die Rezeptur stammt von 1850, genau zu jener Zeit als bei dem Unternehmen die Industrialisierung einsetzte. Der Tabak wird nicht wie üblich in einer Dose aufbewahrt, sondern in einem Glasgefäß mit einer schmalen Öffnung. Das Glas erinnert an ein Tintengefäß oder an eine Jim Beam Flasche in klein. Der kleine und Schmale Hals macht das portionieren des Tabaks nicht zur Tortur, im Gegenteil es geht einfacher als man denkt. Die Zielgruppe des Tabaks sind wahrscheinlich eher ältere Leute vom Land, da der Tabak sehr körnig ist und im Geschmack einer ländlichen Gegend entspricht.

Noch viel beliebter als der „Pariser No.2“ ist der Schmalzler mit seinem Markenzeichen den Schmalzlerfranzl. Nicht umsonst trägt die Unternehmenshomepage den Namen des Wahrzeichens. Der Tabak ist durchschnittlich grob und besitzt eine körnige Textur. An den Fingern bleibt bei dem leicht feuchten und fettigen Schmalzler nichts hängen. Unter Liebhabern gilt der Schmalzlerfranzl längst als Klassiker und sein würziges Aroma ist etwas für rustikale Abende.